Mein Weg zur Huforthopädin nach Biernat

1996 geboren durfte ich meine Kindheit im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf verbringen. Früh entdeckte ich meine Faszination für Pferde und so folgten im Alter von 6 Jahren die ersten Reitstunden. Einige Jahre später durfte ich mich stolz eine Reitbeteiligung nennen. Im Alter von 12 Jahren begann ich zum ersten Mal, mich über Hufe zu informieren. Ausschlaggebend für diesen Heißhunger auf Wissen war, dass alle Pferde im Stall pauschal einfach mal beschlagen wurden. Nur mein damaliges Reitbeteiligungspony nicht. Lucky lief auch barhuf wunderbar über alle Böden und weite Strecken. 
Im Jahr 2009 drufte ich Lucky dann mein erstes eigenes Pferd nennen. Im September zogen Lucky und Blacky, welchen wir als Beistellpony angeschafft hatten, auf den landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb meiner Eltern. Kurz darauf folgte für mich eine absolute Schockdiagnose: Lucky hatte Cushing. So musste ich mich schon als junge Pferdebesitzerin mit Fütterung und Haltung auseinandersetzen. Ebenso mit der Begleitkrankheit Hufrehe, welche bei Cushingpferden oft auftritt. 
Im Juni 2015 verstarb Lucky. 
Im März 2015 hatte ich bereits als Nachwuchspferd Tracy, eine damals 5 jährige Knabstrupperstute gekauft. Im Dezember 2015 folgte Mona. Eine damals 14 jährige Haflingerstute. Mona kannte ich schon recht lange und wusste, dass sie bereits mindestens einen Hufreheschub hinter sich hatte. Im Juli 2016 war es trotz aller Vorsicht so weit: Mona hatte wieder einen Hufreheschub. Den Auslöser könnte ich nun schön reden und von einem Ausflug auf die Koppel, zu energiereichem Heu oder falschem Beschlag berichten. Aber leider war es bei mir, so wie bei den meisten Hufrehefällen so, dass alleine ich an der Erkrankung meines Pferdes Schuld war. Ich war betriebsbilnd. Mona war schon lange viel zu dick und ich hätte nie anfangen dürfen, sie anzuweiden. Als sie nicht mehr so gut lief, ließ ich sie auf Rat des Schmieds beschlagen. Der Beschlag vertuschte die Symptome ein paar Tage lang. Dann fand ich Mona vor, wie sie all ihr Gewicht auf die Hinterbeine verlagerte und die Vorderbeine abwechselnd entlastete. 
In  Vertrauen auf Tierarzt und Schmied wurde Mona nachdem sie ohne Schmerzmittel laufen konnte wieder beschlagen. Die Hufeisen hielten manchmal nur eine Woche, bevor ich sie wieder vom Paddock sammeln konnte. Als ich nach einer Woche Urlaub im Ausland wieder den ersten Blick auf "meine" Hufe warf (und wieder ein Eisen fehlte, ebenso wie ein großes Stück der seitlichen Hornwand), war mir klar: so kann es nicht weiter gehen, das muss auch barhuf gehen. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Barhufbearbeiter, welcher Mona helfen kann. Nach ein paar Emails denen ich auch gleich Fotos der Kartoffelhufe (sie sahen wirklich aus wie Knollen) anhing, meldete sich zum Glück eine Huforthopädin, welche Mitleid mit Mona hatte. Eigentlich war ihr Terminkalender nämlich voll. Monas Hufe wurden von Bearbeitung zu Bearbeitung besser. Für die Arbeit im Gelände trug sie Hufschuhe. Sie wurde trittsicherer, das ständige Stolpern verringerte sich und Mona bekam einen bisher nie dagewesenen Vorwärtsdrang. 
Nachdem Monas Hufdrama im Griff war, stieß ein neues Pferd zu meiner kleinen Herde: Joe. Joe war an den Vorderhufen beschlagen. Die Hufe zeigten viel zu lange Zehen und stark untergeschobene Trachten. Euphorisch nahm ich den Beschlag damals selbst ab und musste dann die ersten drei Monate selbst bearbeiten. Meine Huforthopädin konnte aus familiären Gründen einige Zeit nicht arbeiten. Bei Ihrem ersten Besuch nach dieser Zeit lobte sie meine Übergangsarbeit und meinte, ich sollte mir doch überlegen, ob ich mir vorstellen könnte, Huforthopädin zu werden. 
Im Februar 2020 begann ich die Ausbildung am deutschen Institut für Huforthopädie, welche ich im Oktober 2021 mit sehr gutem Erfolg abschließen konnte. 
Bereits nach erfolgreicher Zwischenprüfung begann ich erste Kundenpferde zu betreuen. Im Juli 2022 habe ich mich dazu entschlossen, Vollzeit Hufe zu bearbeiten.